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Incoherence / Jirimyulryul (Bong Joon-ho, Südkorea 1994)

In diesem Kurzfilm, den Bong noch vor BARKING DOGS NEVER BITE an der Korean Academy of Film Arts drehte, verbindet er drei nur scheinbar für sich isoliert stehende Geschichten durch einen Epilog zu einem runden Ganzen, indem er am Ende alle Fäden zusammenlaufen läßt. Alle Geschichten zeichnen sich durch eine actionarme, beinah meditative Ruhe aus, bei der aber immerzu offensichtlich das skurril Humorvolle bis an die Oberfläche durchscheint. Ständig scheint etwas ausbrechen zu wollen.

Im ersten Teil versucht ein Universitätsprofessor verzweifelt, die Aufmerksamkeit einer seiner Studentinnen zu erlangen - und gerät dank eines Schmuddelheftchens in die Bredouille...


Im zweiten Teil bedient sich ein Jogger frühmorgens an den am Hoftor abgestellten Milchlieferungen der Anwohner und schiebt die Schuld auf einen Zeitungszusteller. Doch da ertappt ihn dieser, und ist als Zusteller konditionell ganz schön ausdauernd...


Im dritten Teil muss ein wohldistinguierter Herr nach durchsoffener Nacht dringendst auf die Toilette - und findet keine. Dieser Part scheint mir ein wenig spannungsärmer, weniger subil geraten zu sein sondern brüstet sich eher mit leisem Fäkalhumor. Ist ja auch etwas neues.



Wie im Nachklapp dann das alles zusammenkommen soll, das werde ich hier nicht spoilern. Selber ankucken! - Das ist ein feines, gut gefilmtes, flottes und intelligentes Kurzfilmensemble.

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Aido: Slave of Love (Susumu Hani, Japan 1969)

Here are some pictures I took during a private screening of Susumu Hani's extremely rare and seldom seen feature film  AIDO - SLAVE OF LOVE , which is the movie Hani made after the famous NANAMI: INFERNO OF FIRST LOVE. The film is beautifully shot, completely absorbing and structurally abandoning all narrative consensus - it is somehow - for most of the time - a subjective trip into the mind of the protagonist Shusei (Kenzo Kawarasaki). As you can asume, a dreamlike state predominates the film; and with its' devotion to extensively focussing on the details of the body while making love, presented in detailed close-ups, aswell as its' beautifully daring setpieces, it reminded me to some extent of Toshio Matsumoto's experimental oeuvre, as for example in his short film PHANTOM . AIDO was submitted to the competition-section of the 19th Berlin International Film Festival (aka Berlinale) - a fact that is quite astonishing, if you consider the direction the main section of ...

The Warped Ones aka The Wild Love-Makers / Kyonetsu no kisetsu (Koreyoshi Kurahara, Japan 1960)

THE WARPED ONES ist die totale Tayozoku-Madness, ein Film über jugendliche Rebellen im Nachkriegsjapan: zwei "juvenile delinquents" kommen aus dem Gefängnis heraus und beginnen direkt mit ihrer Hatz auf Vergnügungen, auf Mädchen, Alkohol und Befriedigung der Primärbedürfnisse. Wenn die Strecke zu weit ist, klaut man eben kurz einen Wagen. Hat man Hunger, klaut man was am nächsten Straßenstand. Die Sonne brennt vom Himmel, der Schweiß steht auf der Stirn, der Jazzbeat treibt voran, die Artikulation geschieht hauptsächlich durch Grunzen, Brüllen, Knurren und sonstige animalische Laute. Wird gegessen, dann wird geschlungen. Gebratene Hühnchen werden zerrissen, Reis wird gestopft. Wasser wird aus der Kanne direkt in den Mund gegossen und läuft über den von Schweißtropfen perlenden, entblößten Körper. Dieser prototypische Suntribe-Film (die man als Vorläufer der "Neuen Welle" in Japan verstehen kann) ist ein einziger, rasender Exzess der Respektlosigkeit. Die beide...

Nippon Connection 2016: Oyster Factory / Kakikoba (Kazuhiro Soda, Japan 2015)

Der in New York lebende und aus Tokyo stammende japanische Dokumentarfilmer Kazuhiro Soda legt mit OYSTER FACTORY seinen neuesten Film vor: 2007 war er mit CAMPAIGN noch bei der Berlinale vertreten, weitere Filme liefen auf verschiedenen Festivals. Dieser ist nun der sechste Film in einer Reihe von Dokumentarfilmen, die Soda selbst in den Anfangstiteln als Serie durchnummeriert. Der Regisseur tritt zugleich als Produzent, Skriptwriter, Kameramann und Cutter auf. OYSTER FACTORY ist also ein Leidenschaftsprojekt, das mit wenigen Mitteln finanziert wurde und als Autorenkino durchgehen darf. Sein Platz im Programm der Reihe Nippon Visions ist also durchaus angemessen, obwohl Soda alles andere als ein Debutant ist. Und umso toller, dass er mein Eröffnungsfilm des Festivals war, denn dieser Film ist großartig. Es war ein wenig der Zufall, der mich in diesen Film trieb: Kiyoshi Kurosawas JOURNEY TO THE SHORE, der eigentliche Eröffnungsfilm des Festivals, war bereits rappelvoll, und ...