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Incoherence / Jirimyulryul (Bong Joon-ho, Südkorea 1994)

In diesem Kurzfilm, den Bong noch vor BARKING DOGS NEVER BITE an der Korean Academy of Film Arts drehte, verbindet er drei nur scheinbar für sich isoliert stehende Geschichten durch einen Epilog zu einem runden Ganzen, indem er am Ende alle Fäden zusammenlaufen läßt. Alle Geschichten zeichnen sich durch eine actionarme, beinah meditative Ruhe aus, bei der aber immerzu offensichtlich das skurril Humorvolle bis an die Oberfläche durchscheint. Ständig scheint etwas ausbrechen zu wollen.

Im ersten Teil versucht ein Universitätsprofessor verzweifelt, die Aufmerksamkeit einer seiner Studentinnen zu erlangen - und gerät dank eines Schmuddelheftchens in die Bredouille...


Im zweiten Teil bedient sich ein Jogger frühmorgens an den am Hoftor abgestellten Milchlieferungen der Anwohner und schiebt die Schuld auf einen Zeitungszusteller. Doch da ertappt ihn dieser, und ist als Zusteller konditionell ganz schön ausdauernd...


Im dritten Teil muss ein wohldistinguierter Herr nach durchsoffener Nacht dringendst auf die Toilette - und findet keine. Dieser Part scheint mir ein wenig spannungsärmer, weniger subil geraten zu sein sondern brüstet sich eher mit leisem Fäkalhumor. Ist ja auch etwas neues.



Wie im Nachklapp dann das alles zusammenkommen soll, das werde ich hier nicht spoilern. Selber ankucken! - Das ist ein feines, gut gefilmtes, flottes und intelligentes Kurzfilmensemble.

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Masahista / The Masseur (Brillante Mendoza, Philippinen 2005)

Brillante Mendozas erste Spielfilmregie verortet ihn sogleich im Independentkosmos des modernen philippinischen, cineastischen Undergrounds. Geringe Budgets und die Digitalkamera eröffnen jungen Filmemachern die Möglichkeit, nicht nur jenseits einer etablierten Filmindustrie, sondern so gut wie jenseits jeder filmischen Szene aktiv zu werden. Ein Status, der sich auch in der Verfügbarkeit der Filme zeigt. So sind die Filme von Brillante Mendoza, Lav Diaz, Raya Martin, KHAVN de la Cruz u. a. nur in Ausnahmefällen auf DVD greifbar (wenn, dann sowieso nur weltweit), oder sie sind mit etwas Glück auf engagierten Retrospektiven und Filmfestivals zu sehen. Im Falle KHAVNs übrigens durchaus auch auf youtube, selbst eingestellt vom Regisseur. Die Filme eint neben den o. g. Kriterien ein Hang zum ästhetischen Radikalismus in Kombination mit einem Blick auf gesellschaftliche Mißstände, welcher gerne mal als "neorealistischer" italienischer Prägung oder als einer im Geiste des "Cin...

Accident / Yi ngoi (Soi Cheang, HK 2009)

Pou-Soi Cheangs erster Film unter Johnnie Tos Produktionshoheit (Milkyway) ist ein hervorragend schneller, straffer und kluger Genreknaller geworden. Ho Kwok-Fai (Louis Koo) hat ein Killerteam um sich geschart (Stanley Fung, Lam Suet, Michelle Ye), das sich auf die Inszenierung von Auftragsmorden spezialisiert hat. Diese laufen stets nach einem Dominosystem ab und erscheinen - da sie so komplex konstruiert wurden - wie tatsächlich Unfälle. Doch plötzlich wird einer des Teams während einer Aktion durch eine Verkettung tragischer Zufälle getötet. Ho entkommt nur knapp. An diesen Zufall will er nicht glauben und wähnt sich selbst das Ziel eines Killerteams. ACCIDENT beginnt enorm stark - und es ist eine Lust, den kreativen Inszenierungen zuschauen zu können. Cheangs in DOG BITE DOG zelebrierter harter Realismus und die ungestüme Wildheit SHAMOs geht ACCIDENT ab, da wurde er wohl von To gebremst. Doch nicht zum Schlechten: der Film ist sehr flüssig und elegant inszeniert, spart aber nicht ...

Fire of Conscience / Fire Dragon / For lung (Dante Lam, Hongkong 2010)

Die beiden Cops Kee (Richie Ren) und Manfred (Leon Lai) beginnen zusammen zu arbeiten, als sich herausstellt, dass ihre Fälle einen gemeinsamen Hintergrund haben. Der Saubermann Kee überrascht dabei plötzlich mit radikalen Methoden, die ihm niemanden zugetraut hätte. Manfred ist sowieso ein harter Hund, seit die böse Unterwelt seine Frau samt ungeborenem Kind auf dem Gewissen hat. Dass Kee einen hinterlistigen Plan ausführt, stellt sich erst heraus, als schon so einiger Blutzoll entrichtet wurde. Dante THE BEAST STALKER Lams neuer Film ist ein verworrenes Etwas: das Skript geht in den ersten beiden Dritteln völlig drunter und drüber, es weiß Aktionen nicht zu gewichten, die gleichzeitigen Ermittlungen in den drei (!) Kriminalfällen bleiben über weite Strecken nicht nachvollziehbar. Stark wird der Film immer in seinen Actionszenen; und da kann man wohl sagen, dass es Lam wie kaum ein anderer schafft, diese von der ästhetischen als auch von der kreativen Seite her unvergleichlich zu insz...