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Incoherence / Jirimyulryul (Bong Joon-ho, Südkorea 1994)

In diesem Kurzfilm, den Bong noch vor BARKING DOGS NEVER BITE an der Korean Academy of Film Arts drehte, verbindet er drei nur scheinbar für sich isoliert stehende Geschichten durch einen Epilog zu einem runden Ganzen, indem er am Ende alle Fäden zusammenlaufen läßt. Alle Geschichten zeichnen sich durch eine actionarme, beinah meditative Ruhe aus, bei der aber immerzu offensichtlich das skurril Humorvolle bis an die Oberfläche durchscheint. Ständig scheint etwas ausbrechen zu wollen.

Im ersten Teil versucht ein Universitätsprofessor verzweifelt, die Aufmerksamkeit einer seiner Studentinnen zu erlangen - und gerät dank eines Schmuddelheftchens in die Bredouille...


Im zweiten Teil bedient sich ein Jogger frühmorgens an den am Hoftor abgestellten Milchlieferungen der Anwohner und schiebt die Schuld auf einen Zeitungszusteller. Doch da ertappt ihn dieser, und ist als Zusteller konditionell ganz schön ausdauernd...


Im dritten Teil muss ein wohldistinguierter Herr nach durchsoffener Nacht dringendst auf die Toilette - und findet keine. Dieser Part scheint mir ein wenig spannungsärmer, weniger subil geraten zu sein sondern brüstet sich eher mit leisem Fäkalhumor. Ist ja auch etwas neues.



Wie im Nachklapp dann das alles zusammenkommen soll, das werde ich hier nicht spoilern. Selber ankucken! - Das ist ein feines, gut gefilmtes, flottes und intelligentes Kurzfilmensemble.

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Two famous female writers from Japan: Yû Miri's 'Tokyo Ueno Station' & Hiromi Kawakami's 'People from my Neighbourhood'

TOKYO UENO STATION is not a straight narrative, but rather a quite experimental novel. As "the plot" unravels in flashbacks - by an obscure, already seemingly dead medium floating around Ueno park, the story of a life of hardship  is slowly being revealed. Of heavy labor, broken families, financial troubles and finally: homelessness. This is not the exotistic Japan you will find on a successful youtuber's channel. The events get illustrated by those of "greater dimensions", like the historical events around Ueno park hill during the Tokugawa period, the Great Kanto earthquake, the fire bombings at the end of WW II or the life of the Emperor. Quite often, Yû Miri uses methods of association, of glueing scraps and bits of pieces together in order to abstractly poetize the narrative flow . There are passages where ideas or narrative structures dominate the text, which only slowly floats back to its central plot. TOKYO UENO STATION is rather complex and surely is n...

Abschied

Micha hat diesen Blog fast 15 Jahre mit großer Leidenschaft geführt. Seine Liebe zum asiatischen Kino hat ihn in dieser Zeit in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen gebracht. Viele von euch waren ihm, wenn auch nicht räumlich, so doch gedanklich und emotional sehr nah. Jetzt ist er am 30.12.2021 zuhause in Bonn gestorben. Ich habe mich entschlossen, Michas Schneeland-Blog auch in Zukunft nicht offline zu stellen. So können Interessierte weiterhin all die klugen, detailgenauen und begeisternden Gedanken zum asiatischen Kino nachlesen, die er über die Jahre festgehalten hat.  Neben seinem Blog hatte Micha 2021 noch ein neues Projekt aufgenommen: Gemeinsam mit der Videokünstlerin Sandra Ehlen und Thomas Laufersweiler von SchönerDenken hatte er begonnen, in einem Podcast das filmische Werk von Keisuke Kinoshita zu besprechen. 25 Beiträge sind so bis zu Michas Tod im Dezember noch entstanden. Alle zwei Wochen erscheint nun eine Folge dieser Kinoshita-Reihe. V ielleicht eine sc...

Woman of the Lake / Onna no mizumi (Yoshishige Yoshida, Japan 1966)

Die schöne und unglücklich verheiratete Miyako (Mariko Okada) hat eine Affäre mit dem jungen Kitano (Tamotsu Hayakawa), mit dem sie sich tagsüber in Hotels im Stadtzentrum trifft. Ihr Gatte Yuzo (Shinsuke Ashida) scheint davon nichts mitzubekommen; er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann mit einer deutlich wertkonservativen Einstellung. An einer Stelle im Film sagt er einmal, eine gute Ehefrau sei leicht wie ein Lufthauch, man würde ihre Gegenwart niemals bemerken. Diese Ruhe ist nun bedroht, da Kitano von Miyako im Hotel erotische Nacktbilder gemacht hat, die Miyako dummerweise auf dem Heimweg vom Stelldichein in der Tasche mit dabei hat. In dieser Nacht wird sie von einem Unbekannten bedrängt - und sie wehrt sich mit der Tasche, worauf ihr der Mann sie entreißt. Am nächsten Tag bekommt sie einen Anruf von dem Erpresser, sie solle zu ihm in ein Seebad fahren, und das Geld für die Bilder mitbringen. Dass es dem Erpresser nicht nur ums Geld geht, ist Miyako klar, so gut kennt sie...