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The Weavers of Nishijin (Toshio Matsumoto, Japan 1961)



Dieser frühe Dokumentar-Kurzfilm des Filmexperimenteurs Matsumoto, dessen ATG-Film FUNERAL PARADE OF ROSES (1969) ein klein wenig Weltruhm erlangt hat, ist keinem nüchternen Realismus verpflichtet, sondern zeigt in experimentellen s/w-Bildern die Herstellung von Kimonos in einer Fabrik, einer Weberei (in Osaka?), bei der Methoden der traditionellen Herstellung an manuellen Webstühlen denen der industriellen an Vollautomaten mit Lochkartensystem gegenübergestellt werden.

Doch zunächst stellt Matsumoto Bilder der industriellen Fertigung beinah beschwingten, schaukelnden Flaneursbildern entgegen, deren Aufnahmen offensichtlich bei Wanderungn durch die engen Arbeiterviertel entstanden sind. Eine klarer moralischer Kommentar wird hierbei vermieden, eine Aussage verweigert. Da Bild und Ton sich häufig widersprechen, werden Bedeutungsebenen geöffnet: poetische Bilder werden durch die bedrohliche Tonspur gebrochen, oder vice versa. Auch Darstellungen industrialisierter und mechanisierter Massenproduktion (eines der am stärksten durch Traditionen aufgeladenen Objektes der japanischen Kultur) erreichen häufig in ihrer Heraushebung aus dem puren Nacheinander allein durch die Ausstellung durch die Filmkamera eine poetische Kraft.



Die häufig durch eine extreme Nahaufnahme dekontextualisierter Bilder repetetiver Tätigkeiten der Arbeiter erzeugen einen Sog, der im Verbund mit den avantgardistischen Klangwelten der unterlegten sphärischen, und dennoch terrorisierenden Musik einen eindrücklichen Effekt erzeugt, und so kommen die Bilder eher einem hypnotischen Trip nahe denn einem klar strukturierten Film, der einem aufklärerischen Realismus-Ideal verpflichtet wäre, das Übersicht, Klarheit, Moral oder Entlarvung von Mißständen auf seiner Flagge stehen hätte.



Doch nicht nur Arbeitsabläufe werden gezeigt, sondern auch das Alltagsleben der Arbeiter zuhause, deren Kinder, religiöse Praxis. Deutlicher in seiner Aussage dann aber später die Sitzung des Betriebsvorstands, die zunächst unpersönlich distanziert aus der Vogelperspektive gezeigt wird (ein mathematische-statisches Sitzarrangement der Teilnehmer), dann auf Hinterköpfe und Stuhlrückseiten geschnitten wird, und anschließend auf Ausschnitte der diskutierenden Gesichter, diese dann aber in gekippten Winkeln! Das Sprechen über die Tonspur wird zusehends zerhackter und geht bisweilen in das Schießen einer Pistole über oder auch eine Maschinengewehrssalve.



Via Hypnosemaschinen/Ubu-Web.

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